|
Was ist Rechtsextremismus?
Rechtsextremismus ist keine geschlossene politische Ideologie, jedoch haben alle Rechtsextremen gemeinsam, dass sie eine Vorstellung von der "Wertigkeit" der Menschen haben: Im rechtsextremen Weltbild nimmt die "Rasse" der "Arier" eine gehobene Stellung ein. Zu den "minderwertigen" Menschen zählen Erbkranke, Farbige und - ganz unten in der Rassen-Hierarchie - die Juden. Neonazis betrachten sich ganz eindeutig als in der Tradition des NS-Regimes stehend. Oft leugnen sie die Verbrechen der Nazis, behaupten, den Holocaust hätte es nicht gegeben oder "es wäre ja nicht so schlimm wie immer behauptet" gewesen. Diese Leugnungen oder Relativierungen der Nazi-Geschichte werden auch als Revisionismus bezeichnet. Rechtsextreme lehnen - wie alle ExtremistInnen - den demokratischen Verfassungsstaat und seine fundamentalen Werte und Regeln ab - so zum Beispiel die Achtung der Menschenrechte, die Gewaltenteilung, das Recht auf Opposition sowie die Unabhängigkeit der Gerichte.
Was ist Rassismus?
Rassismus hält Differenzen zwischen Bevölkerungsgruppen für unveränderbar und angeboren. Die rassistische Ideologie dient der Legitimation von Herrschaft über andere Menschengruppen, indem man diese als minderwer tig bezeichnet. Rassismus ist kein Phänomen der Neuzeit – Rassismus ist tief in der Geschichte der Menschen verankert. Ausprägungen von Rassismus findet man unter anderem bei der europäischen Kolonialpolitik und bei der Eroberung Amerikas. So spielen biologische Merkmale eine Rolle bei der Zuordnung von Menschen zu "Rassen"; doch neuerdings wird auch von einer angeblichen unveränderbaren kulturellen Identität einer Volksgruppe gesprochen. In der NS-Ideologie war Rassismus ein fester Bestandteil und erreichte durch die systematische Vernichtung von Menschen nach rassistischen Kriterien einen historischen Höhepunkt. Ein aktuell gültige Definition von Rassismus fasste 1965 die UNO: In dieser Übereinkunft umfasst der Begriff „Rassendiskriminierung“ jede Unterscheidung, jeden Ausschluss, jede Einschränkung oder Bevorzugung auf Grund von Rasse, Farbe, Abstammung, nationaler oder ethnischer Herkunft mit dem Ziel oder der Folge, die Anerkennung, den Genuss oder die Ausübung der Menschenrechte und Grundfreiheiten auf gleicher Grundlage im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem anderen Bereich des öffentlichen Lebens aufzuheben oder zu behindern.
Was ist Antisemitismus?
Antisemitismus ist die Diskriminierung und Verfolgung "der Juden" als Gruppe, die sich vor allem auf volkstümelnde, nationalistische und rassistische, weniger auf religiöse Vorurteile stützt. Diese Ideologie formte sich nach im 18. Jahrhundert in verschiedenen europäischen Staaten als politische Bewegung. Sie propagierte und verfolgte im Lauf des 19. Jahrhunderts zunehmend aggressive judenfeindliche Ziele, die im Holocaust gipfelten. Es vermehrten sich Vorurteile über eine “jüdische Finanzmacht”, “jüdische Pressemacht” oder sogar einer “jüdischen Weltverschwörung”. Nach wie vor haben wir auch in unserer Gesellschaft einen hohen Anteil von latentem Antisemitismus. Viele Deutsche glauben auch heute noch, das jüdische Menschen einen großen (finanziellen) Einfluss in der Welt haben. Auch der Glaube an Verschwörungstheorien ist nach wie vor sehr groß. Dieser Glaube bildet für viele Rechtsextreme die Grundlage ihrer Ideologie. Neu hinzugekommen ist der sogenannte “Antisemitismus wegen Auschwitz”. Demnach glauben 20 Prozent der Deutschen, das jüdische Menschen eine Mitschuld an ihrer Verfolgung durch die Nazis hatten. Außerdem würde der “jüdische Einfluss” verhindern, einen Schlussstrich unter die NS-Vergangenheit der Deutschen zu ziehen. Hinzu kommt der Geschichtsrevisionismus, der versucht, die Verbrechen der Nazis zu leugnen (Holocaustleugnung) oder zu relativieren.
Qelle: www.gruene-jugend.de |



|
Des Menschen höchstes Gut ist seine Menschlichkeit.
|